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Technologie

2.5 Gemeinsam für saubere Wasserressourcen – internationale Kooperationen

Gemeinsam für saubere (Trink-)Wasserressourcen – Internationale Wasserforschungsprojekte
(Quelle: André Künzelmann, (UFZ))

Als Beitrag zur Verbesserung der globalen Wasserversorgung fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen von Forschungs- und Entwicklungsprojekten Technologien und Managementkonzepte für eine nachhaltige Bewirtschaftung von Wasserressourcen. Zielgebiete der zurückliegenden Förderperiode waren vor allem Asien, der Nahe Osten, Osteuropa und Afrika.

In Deutschland bewährte Techniken und Verfahren müssen in der Regel an die regionalen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse angepasst werden. Besonders wichtig ist hier die Ausbildung einheimischer Fachkräfte. Know-how an die Verantwortlichen vor Ort zu vermitteln und sie so in die Lage zu versetzen, Projekte selbst umzusetzen oder fortzuführen, ist ein zentrales Anliegen der internationalen Wasserforschungsprojekte. Deutsche Unternehmen bringen wertvolles technisches Wissen in diese Forschungs- und Entwicklungsprojekte ein. Die vom BMBF geförderten Vorhaben tragen somit auch dazu bei, der deutschen Wasserbranche neue Exportmärkte zu erschließen – auf einem Feld, das in den nächsten Jahrzehnten deutliche Zuwachsraten verzeichnen dürfte.

Beispiel Indonesien. Die Südküste der Insel Java ist eine der ärmsten Regionen Indonesiens. Den Menschen fehlt es an Wasser, obwohl es im Untergrund große Vorräte gibt. Über ein verzweigtes unterirdisches Gewässersystem mit weit mehr als 1.000 Höhlen floss das Wasser bisher jedoch ungenutzt ins Meer. In dem Projekt „Erschließung und Bewirtschaftung unterirdischer Karstfließgewässer in Mitteljava, Indonesien“ haben Wissenschaftler aus Deutschland und Indonesien ein kleines unterirdisches Wasserkraftwerk gebaut, mit dessen Hilfe Wasser für etwa 80.000 Menschen an die Oberfläche befördert werden kann (Projekt 2.5.01).

Beispiel China. Das deutsch-chinesische Forschungsprojekt „Entwicklung eines nachhaltigen Wasserkonzepts für den Olympischen Park in Beijing, 2008“ hatte im Vorfeld der Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking ein Wasserkonzept für den rund 550 Hektar großen Olympischen Park erarbeitet. Es soll geprüft werden, ob die Ergebnisse auch auf weitere Regionen des Landes sowie andere Staaten übertragen werden können (Projekt 2.5.02).

Die vielen hygienisch relevanten Mikroorganismen (Viren, Bakterien, Protozoen, Wurmeier), die im Abwasser – selbst nach einer biologischen Reinigung – vorhanden sind, erfordern eine adäquate Behandlung des Abwassers vor dessen Wiederverwendung. Bei der Chlorung ist aber mit der Bildung von unerwünschten Desinfektionsnebenprodukten zu rechnen. Ein Vergleich von Abläufen hat gezeigt, dass es Alternativen zur üblichen Abwasserbehandlung gibt. Das Institut IWAR der Technischen Universität Darmstadt hat vier dieser Alternativverfahren in China getestet (Projekt 2.5.08).

Beispiel Iran. Mashhad ist die zweitgrößte Stadt des Iran und liegt in einer ariden Zone. Um die Bevölkerung mit nitratarmen Trinkwasser versorgen zu können, hat das BMBF in Kooperation mit dem iranischen Energieministerium das Projekt „Demonstration verschiedener in Deutschland entwickelter Hochleistungsverfahren zur Entfernung von Nitrat aus Trinkwasser und ihre Anpassung an die Aufbereitung von hoch mit Natriumnitrat und anderen Salzen belasteten Grundwässern am Beispiel der Trinkwasseraufbereitung der Stadt Mashhad, Iran“ durchgeführt (Projekt 2.5.03).

Beispiel Russland. Mit 3.500 Kilometern ist die Wolga der längste Fluss Europas. Massive Eingriffe haben den Strom wie kaum einen anderen verändert – mit komplexen Folgen für Mensch und Umwelt. Ein deutsch-russisches Projekt hat nachhaltige Lösungen für die ökonomische und umweltschonende Bewirtschaftung der Wolga und ihrer Zuflüsse entwickelt (Projekt 2.5.04).

Beispiel Vietnam. Für Vietnam ist Steinkohle ein wichtiger Energieträger, ihr Abbau führt jedoch zu erheblichen Umweltschäden. Ziel des deutsch-vietnamesischen Projekts „RAME (Research Association Mining and Environment)“ in der Provinz Quang Ningh ist es, Sanierungstechnologien des deutschen Kohlenbergbaus für Vietnam nutzbar zu machen (Projekt 2.5.05).

Beispiel Israel. Wissenschaftler aus Deutschland und Israel haben gemeinsam neue Messverfahren entwickelt, die als Grundlage kontinuierlicher Überwachung des Schadstoffgehalts in Trinkwasserquellen in Israel dienen können (Projekt 2.5.06). In einem weiteren in dieser Broschüre vorgestellten Projekt versuchen deutsche und israelische Wissenschaftler durch „Wolkenimpfung“ der Austrocknung des Landes entgegenzuwirken (Projekt 2.5.07).

Water as a resource
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