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Technologie

2.4 Bewährte Technologien im Auslandseinsatz – Fortschritt durch weltweiten Wissenstransfer

Bewährte Technologien im Auslandseinsatz – Fortschritt durch weltweiten Wissenstransfer
(Quelle: Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW) – Technologiezentrum Wasser (TZW))

Die Umsetzung einer umweltgerechten, höchsten technischen und hygienischen Anforderungen entsprechende Aufbereitung von Trinkwasser und Reinigung von Abwasser ist vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern mit zusätzlichen Herausforderungen verbunden. Das beginnt mit der Frage, welche Verfahren und Techniken für die variablen Bedingungen geeignet sind und erstreckt sich bis auf den zuverlässigen Betrieb und die Unterhaltung von Anlagen.

Ein wesentliches Anliegen des Bundes ist es, Fachwissen in den Entwicklungs- und Schwellenländern aufzubauen. Hier gilt es, in Deutschland etablierte Verfahren der Wasseraufbereitung und Abwasserreinigung an die jeweiligen standortbedingten Verhältnisse anzupassen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat in den vergangenen Jahren mehrere Projekte gefördert, die gezeigt haben, wie sich in Deutschland bewährte Verfahren und Techniken fortentwickeln und an lokale Bedingungen anpassen lassen.

BEISPIEL TRINKWASSERVERSORGUNG

Ein vom BMBF gefördertes Verbundprojekt hat Ergebnisse der Wasserforschung in Deutschland dokumentiert und diese für andere Randbedingungen weiterentwickelt. Dazu wurden Eckwerte für die Größe und den Betrieb von Wasserbehandlungs- und -verteilungsanlagen unter Berücksichtigung extremer Rohwasserbeschaffenheiten sowie klimatisch und sozial abweichender Bedingungen ermittelt. In Deutschland bewährte Aufbereitungsverfahren wurden dahingehend bewertet, inwieweit sie auch unter veränderten Bedingungen anwendbar sind, beziehungsweise wann verbesserte Leistungen zu erwarten sind (Projekt 2.4.03). Das Projekt „Abwasserbehandlung bei der Papierherstellung mit Stroh als Rohstoff zur Zellstoffherstellung am Beispiel der Shandong Provinz (Volksrepublik China)“ untersucht in diesem Zusammenhang ein langfristiges Wasserressourcenmanagement. Ein Ziel des Forschungsprojektes ist es, behandeltes Abwasser als Brauchwasser wieder in die Papierproduktion zurückzuführen, um den Wasserverbrauch zu verringern (Projekt 2.4.06).

Beispiel Uferfiltration

Die Uferfiltration ist in Deutschland ein etabliertes Verfahren zur Trinkwasseraufbereitung: Wasserwerke nutzen die natürliche Reinigungskraft des Bodens, um ohne Einsatz von Energie und Chemikalien die Qualität des Rohwassers zu verbessern. Die notwendigen Voraussetzungen untersuchten Wissenschaftler im Projekt „Ermittlung der potenziellen Reinigungsleistung der Uferfiltration/Untergrundpassage hinsichtlich der Eliminierung organischer Schadstoffe unter standortspezifischen Randbedingungen“ (Projekt 2.4.01).

Beispiel Langsamfiltration

Die Langsamfiltration hat sich als Verfahren zur biologischen Trinkwasseraufbereitung etabliert. In der Regel bestehen die Anlagen aus einem Infiltrationsbecken, das mit verschiedenen Filter- und Stützschichten befüllt ist. Gleichförmiger und gut gereinigter Filtersand ist jedoch nicht überall verfügbar. Wie sich die Anpassung an lokale Gegebenheiten erreichen lässt, untersuchten mehrere Institute im Verbundvorhaben „Langsamsandfiltration“. Exemplarisch wurde dabei u. a. die Reinigungsleistung von Recycling-Glasgranulat und Kokosfasern analysiert (Projekt 2.4.02).

Beispiel Abwassertechnologien

In der Wassertechnologie hält Deutschland weltweit eine Spitzenstellung. Dennoch bestehen in einzelnen Punkten nach wie vor Wissenslücken. Ziel des Verbundprojekts „Exportorientierte Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Wasserver- und -entsorgung Teil II – Abwassertechnologien in anderen Ländern“ war es deshalb, in Deutschland bewährte Technologien der kommunalen Abwasserreinigung an andere Klimazonen anzupassen. Dazu wurden im Rahmen des Projekts Erhebungen zur Situation der kommunalen Abwasserbehandlung in zwölf Staaten durchgeführt (Projekt 2.4.04).

Beispiel Datenbasis für Wassermanagementsysteme

Verlässliche Informationen sind eine Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Wassermanagement. Für die Wasserbehörde der Megalopolis Peking gilt es angesichts des jahreszeitlich extrem schwankenden Wasserangebots beispielsweise, Angebot und Verbrauch genau abschätzen zu können. Ein mit deutscher Hilfe entwickeltes Computerprogramm macht genau das jetzt möglich – trotz einer sehr schwierigen Datenbasis. Die Ergebnisse des Projekts sind auch für andere Megastädte Asiens von Bedeutung und können dort Anwendung finden (Projekt 2.4.05).

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