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Ökologie

1.3 Durch internationale Kooperationen Synergien schaffen – integriertes Wasserressourcen-Management

Durch internationale Kooperationen Synergien schaffen – Integriertes Wasserressourcen-Management
(Quelle: WISDOM, DLR, DFD)

Das Integrierte Wasserressourcen-Management (IWRM) bezeichnet nach allgemeiner Definition einen Prozess zur koordinierten Entwicklung und Bewirtschaftung von Wasser-, Land- und damit verbundenen natürlichen Ressourcen. Ein solcher IWRM-Prozess verfolgt das Ziel, ökonomisches und soziales Wohlergehen in Einklang mit einem nachhaltigen Umgang mit Ökosystemen herbeizuführen.

In den zurückliegenden Jahren wurde das Prinzip des Integrierten Wasserressourcen-Managements zum vorherrschenden Konzept für die Wasserwirtschaft in Deutschland und Europa; nicht zuletzt durch die Umsetzung der im Jahr 2000 verabschiedeten Europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Der IWRM-Prozess stellt die Wassereinzugsgebiete als Einheiten in den Mittelpunkt. Durch die integrative Betrachtung der miteinander in Wechselwirkung stehenden oberirdischen Gewässer, der Grundwasserleiter und gegebenenfalls auch der Küstengewässer soll eine nachhaltige Bewirtschaftung erreicht werden. Gesellschaftliche Rahmenbedingungen, das Ökosystem und unterschiedliche Nutzungsansprüche werden gegeneinander und im Dialog mit allen Nutzer und Interessengruppen abgewogen.

Die Bundesregierung hat im Jahr 2004 einen Förderschwerpunkt zum IWRM im Rahmenprogramm Forschung für die Nachhaltigkeit des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) aufgelegt. Die vorrangigen Ziele beim Einsatz von IWRM in Entwicklungs- und Schwellenländern sind:

  • Vor Ort den Zugang der Bevölkerung zu sauberem Trinkwasser und einer gesicherten sanitären Entsorgung zu gewährleisten
  • Verbesserung der Positionierung deutscher Unternehmen auf den internationalen Märkten der Wasserwirtschaft
  • Unterstützung der bi- und multilateralen Zusammenarbeit im Wasserfach
  • Förderung der inter-, transdisziplinären und internationalen Kooperation zwischen Wissenschaft, Industrie, Verwaltung und Ver- und Entsorgungspraxis
  • Stärkung des Wirtschafts-, Bildungs- und Forschungsstandorts Deutschland im internationalen Wettbewerb.

Derzeit werden acht Forschungsverbünde gefördert. Diese sind in China (Projektbeispiel 1.3.06), Indonesien (Projektbeispiel 1.3.05), Iran, Israel-Jordanien-Palästina (Projektbeispiel 1.3.01), Mongolei (Projektbeispiel 1.3.04), Namibia, Südafrika und Vietnam (Projektbeispiel 1.3.02). Hier arbeiten deutsche und ausländische Forscher sowie Unternehmen gemeinsam daran, die Voraussetzungen für einen nachhaltigen Umgang mit den Wasservorräten zu schaffen, oftmals unterstützt durch deutsche Monitoring- und Anlagentechnik. Die Betreuung der Vorhaben erfolgt durch den Projektträger Karlsruhe Wassertechnologie und Entsorgung (PTKA-WTE) und den Projektträger Jülich (PTJ-UMW).

Themenverwandte Programme und Projekte

Im Rahmen verschiedener Förderprogramme unterstützt das BMBF in Partnerländern Projekte mit Bezug zum IWRM, die jedoch nicht nur in Entwicklungs- und Schwellenländern liegen, sondern die Ihren Schwerpunkt beispielsweise auch im Bereich der Entwicklung und Anpassung von Wassertechnologie bzw. der nachhaltigen Landnutzung haben. Beispiele sind hier die Internationale WasserforschungsAllianz Sachsen (IWAS) oder Konzepte für eine nachhaltige Entwicklung an der Wolga und deren Nebenflüssen. In dem transdisziplinären Projekt „Water related Information System for the Sustainable Development of the Mekong Delta“ (WISDOM) soll den lokalen Behörden mit einem Informationssystem geholfen werden, die vorhandenen Ressourcen nachhaltig zu nutzen (Projekt 1.3.08).

Um ganzheitliche Wassermanagementkonzepte für fünf hydrologisch sensitive Weltregionen zu entwickeln, haben sich rund 40 Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung – UFZ und der Technischen Universität Dresden mit der Stadtentwässerung Dresden GmbH, Institut für Technische Hydrobiolgoie (itwh), der Dreberis GmbH und weiteren Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zur „Internationalen WasserforschungsAllianz Sachsen“ (IWAS) zusammengeschlossen (Projekt 1.3.07).

Der Förderschwerpunkt IWRM und erzielte Ergebnisse werden auf der IWRM-spezifischen Internetseite des BMBF (www.bmbf.wasserressourcen-management.de) dargestellt.